Snippet-Tuning: mit Meta-Angaben mehr Traffic (und bessere Rankings)

Gute Positionen in den Rankings bei Google sind die eine Sache. Dass diese auch angeklickt werden, eine andere. Für unsere Darstellung in den SERPs sind (vor allem) die Meta-Tags „Description“ und der Title-Tag verantwortlich. Hier eine Übersicht, wie man diese optimieren kann.

Unbearbeitet: ein x-beliebiges Snippet

Unbearbeitet: ein x-beliebiges Snippet

Die Überschrift des Snippets besteht (fast immer) aus dem Title-Tag der verlinkten Seite und der Text besteht (häufig) aus der Description der Seite.  Allerings nur, wenn das Keyword enthalten ist. Es gibt zwar auch dann Ausnahmen, doch das will ich hier nicht diskutieren.

Also: Für die inhaltliche Optimierung des Snippets sind Title-Tag und das Description Metatag die richtigen Werkzeuge. Übrigens sollten diese nicht nur wegen der Suchmaschinenoptimierung den perfekten Werbeteaser darstellen – sondern auch wegen der Social Media Seiten. Denn auch bei Facebook, Google+ und Xing werden diese beiden Tags für den Anreißer verwendet.

Mach mich an: der Title-Tag

Das Einfachste zuerst: In den Title-Tag (max. 70 Zeichen) gehört das Keyword der Seite. Denn dann wird er auch in den Suchergebnissen gefettet – und das sieht nun mal besser aus. Abgesehen davon, ist das Keyword im Title vermutlich einer der wichtigsten OnPage-Ranking-Faktoren. Während man im „klassischen“ SEO folglich gerne den Title-Tag nur mit dem Keyword und vielleicht noch mit dem Markennamen gefüllt hat („Slackline – sportshop123.de), ist das heute komplizierter. Denn der Title-Tag hat eine Menge Aufgaben mehr.

Title verbessert, Description noch mau

Title verbessert, Description noch mau

  • Relevanz signalisieren: Der Title soll dem Leser signalisieren, dass er auf dieser Seite richtig ist. Das, wonach der User also gesucht hat, ist dort zu finden. Dazu könnte das Keyword reichen. Allerdings wäre es auch sinnvoll, wenn die Suchmotivation mit enthalten wäre („Slacklines kaufen“ bei einem Shop, „Slacklines Tricks“ bei einer Beratungs-Seite).
  • Mehrwert versprechen: Was bietet die Seite darüber hinaus bzw. mehr, als andere Seiten? Bei Shops kann dies der Hinweis „versandkostenfrei“ bedeuten bei Beratungs-Geschichten vielleicht „alle Tricks“ oder besser „101 Slackline Tricks“. Wenn man so viele kennt….
  • Handlungsanreiz bieten: Der User möchte etwas tun. Er will „kaufen“, „lesen“, „lernen“, „bestellen“ oder sonst etwas machen. Starke Verben helfen ihm dabei, das auf unserer Seite zu tun und nicht woanders: „Slacklines versandkostenfrei bestellen – sportshop123.de“. Das macht eher an. Oder? Aber Vorsicht: „Lerne 101 Slackline Tricks bei sportkenner.de“ ist auf oder über der Grenze zum Marketing-Gefasel. Gerade beim Handlungsanreiz müssen wir uns davor schützen.
  • Vertrauen erwecken: Nicht jeder hat schon eine starke Marke. Und doch kann man mit einer geeigneten Domain signalisieren, dass man das Vertrauen des Users verdient. „isch-hab-krasse-seite.de“ würde ich nicht in den Title schreiben „Slackliners“ aber schon.

Eine Menge Text zu den meisten dieser Punkte hat Ludwig Coenen vor einigen Wochen hier im SEO-Book aufgeschrieben.

Man kommt also immer gut an mit möglichst konkreten Title-Tags, die als (kurzer!) Satz funktionieren und durch ein starkes Verb (also nicht „haben“ oder ein passives „gegangen“) beschleunigt werden.

Mehr, mehr, mehr: das Description Meta-Tag

Im Grunde kann man das zum Title-Tag Gesagte auch für die Description anwenden. Aber da wir dort etwa 170 Zeichen Platz haben, geht noch etwas mehr. Deshalb ein paar Regeln für diesen Teil des Snippets:

  • Ergänzung zum Title: Die Description wird gemeinsam mit dem Title-Tag wahrgenommen. Also bitte nicht den Title etwas verlängert wiederholen. Das ist banal und beleidigt den User.
  • Thema konkretisieren: Was genau passiert auf der Seite? Werden Slacklines verkauft, sollte in der Description etwa stehen, von welcher Marke oder zumindest „viele Marken“. Wenn es um eine Story oder um einen Ratgeber geht, diesen Beitrag zusammen fassen. Was ist die wichtigste Information daraus? Man nennt dies „Küchenzuruf“ und meint damit die zwei Sätze, die du zum Thema auf Facebook schreiben würdest.
  • Nebenkeywords zeigen: Das sind für mich Begriffe aus der Welt des Keywords. Schaut dazu einfach auf die „Verwandten Suchanfragen“ in Google. Dann fällt euch schon etwas ein. Und es geht hier nicht um Suchvolumen sondern darum, dem User zu beweisen, dass man mehr weiß als er…
  • Lesbarkeit versprechen: Während der Title gerne stakkato sein darf, sollte sich die Description gut lesen, die üblichen Satzzeichen aufzeigen und vielleicht den Leser sogar konkret ansprechen. Am wichtigsten dürfte es sein, die Sprache des Lesers zu finden und nicht die eigene zu präsentieren.
  • Leseanreiz bieten: Das ist vielleicht das Schwierigste. Du hast einen tollen Title, hast den Inhalt des Beitrags gut zusammen gefasst und jetzt braucht der Leser noch einen Kick. Das könnte in vielen Fällen ein Cliffhanger (also eine angedeutet Information) sein um die Spannung zu erhöhen. Aber auch eine rhetorische Frage oder ein Versprechen („Wir erklären, wie das geht.“) sind hier übliche Stilmittel.
So ist's besser: Nebenkeywords, Handlungsempfehlung und Relevanz-Nachweis

So ist’s besser: Nebenkeywords, Handlungsempfehlung und Relevanz-Nachweis

Die anderen Anmacher im Snippet

Neben Title  und Meta Description stehen potentiell noch folgende Elemente in den Snippets, die für eine besser Durchklickrate sorgen können:

  • URL der Seite: Das ist halt die URL.
  • Breadcrump: Wird manchmal statt der URL angezeigt. Hierzu sollte man sich beim Code der Breadcrumps auf der Seite an den Spezifikationen der Rich Snippets orientieren.
  • 5 Sternchen für die Bewertungen: Auch das ist ein Rich-Snippets-Thema
  • Autorenbild: Hierzu ist auf der Seite ein „rel=author“ und eine Zurückverlinkung von einem Google+ Profil notwendig.
  • Weitere Erweiterungen: Zum Beispiel für Kochrezepte und Events gibt es noch eine Reihe von Tuning-Maßnamen – die vor allem in das Rich-Snippets-Ressort fallen.

Es geht nicht nur um SEO

„Klassische“ Suchmaschinenoptimierer werden die Stirn runzeln. Schöne Snippets seien schon o.k. – aber das hier Beschriebene wäre dann doch etwas übertrieben. Wie soll man das denn für alle Snippets machen? Viel zu viel Arbeit. Wo es doch darum gehe, möglichst viele Seite für möglichst viele Keywords in den Index zu pumpen.

Nun, ich denke, diese Zeiten sind vorbei. Es geht darum für die besten Keywords die besten Seiten zu machen und diese in den SERPs bestmöglich anzukündigen.

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch dabei.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (12)

  1. jaschendorff

    Der Title kann mittlerweile mehr als 70 Zeichen umfassen. Google richtet sich da neuerdings nach der Pixelbreite. Wer also einen Title mit vielen „i“ und „l“ hat, kann dort mehr Zeichen unterbringen als wenn er „m“ oder „w“ benutzt (s. z.B. http://www.seo-united.de/blog/seo/google-erlaubt-titles-mit-100-zeichen.htm).

  2. Uwe

    Hallo Eric! Hier kann man das Ganze vorher testen: http://www.adzoomin.com/seo-tools/google-snippet-builder.php
    Viele Grüße, Uwe

  3. Pingback: Search-Snippets optimieren – SEO.at

  4. Pingback: Kaim Enterprise | Jede menge Doodles, Gedaddel, Pagerank-Update und das SEO Sommerloch

  5. trafelsberger

     @Uwe , der Snippet-Builder funktioniert leider aus dem Grund, den @jaschendorff unten gepostet hat, nicht 100% richtig. lg trafelsberger 

  6. eric108

    Also ich finde, das Tool ist o.k.. Ebenso wie etwa die Darstellung in Yoasts SEO für WordPress. Dass mal ein paar Zeichen mehr oder weniger gepunktet sind, ist doch echt egal. Falls jemand nach einem 100-prozentigen Tool sucht, muss er es entweder selbst bauen, oder anderswo richtig viel Geld dafür ausgeben.
     
    SEO ist immer noch kein exakte Wissenschaft sondern man macht das so gut wie möglich…

  7. trafelsberger

    hi  @eric108 , natürlich ist das Tool ok – ich verwende auch diese Tools. Wollte dennoch darauf hinweisen. Wenn die Leute hier lesen, sie sollen die Titel sehr ansprechend gestalten und dann ist der mit etwas Pech wegen der 70 Zeichen abgeschnitten, wundern sie sich vielleicht. Das Tool ist OK – dennoch auf die Länge aufpassen, wenn man bei seinen Titles sehr perfektionistisch vorgehen möchte. War nur ne Info.

  8. Pingback: Was Sie verpasst haben: Der Social-Media-Rückblick KW 32 | SMO14 - New Media Excellence

  9. seogiggles

    Hallo zusammen,
    also ich nutze aktuell immer den hier http://www.seomofo.com/snippet-optimizer.html , kommt aber wahrscheinlich aufs gleiche raus. 
     @eric108 Dein Tipp „Übrigens sollten diese nicht nur wegen der Suchmaschinenoptimierung den perfekten Werbeteaser darstellen – sondern auch wegen der Social Media Seiten. Denn auch bei Facebook, Google+ und Xing werden diese beiden Tags für den Anreißer verwendet.“ ist sicherlich korrekt, allerdings sollte man dort auch die kompletten Meta Tags für Facebook nicht außer Acht lassen (z. B. <meta property=“og:title“ content=“XYZ“/> etc.) 😉
    Beste Grüße,
    Jonas

  10. Pingback: Snippet-Tuning » Beitrag » nk-medien

  11. eric108

     @seogiggles Right! der Snippet-Optimizer sieht gut (also nicht schön aber nützlich) aus.

  12. Pingback: Top 10 der Woche 32/12 « Wochenrückblicke

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