"Credit wem Credit gebührt": Google unterstützt Syndication

Mit einem Meta-Tag bringt die Suchmaschine den Verlagen das Geschäftsmodell „Syndication“ wieder zurück.  Syndizieren von Inhalten war in Vor-SEO-Zeiten für Redaktionen nämlich ein wichtiges Geschäftsmodell. Damit erlauben sie anderen Webseiten ihren Content zu verwenden, die bezahlen dafür Geld und bieten ihren Usern redaktionell gute und interessante Inhalte. Ich muss das ein wenig erklären, weil es einige SEOs gibt, die glauben, man könnte Inhalte einfach so kostenlos „scrapen“.. 😉

syndication source

Geschäftsmodell "Syndication" gerettet?

Das Problem bei der Syndication im Web: Häufig überholen die Inhalte-Einkäufer die Verkäufer im Rennen um die Plätze bei Google, weil sie die größeren und besser optimierten Seiten haben. Dann steht der Handy-Test der Redaktion XY bei Google zwar auf der Pole Position – aber auf der Seite von Portal YZ (das dann auch die Werbeerlöse einsteckt). Das ärgert die Redaktion und lässt sich auch finanziell nicht abbilden.

Zur Lösung des Problems haben wir deshalb bisher empfohlen, das Canonical-Attribut einzusetzen. Dieses muss der Content-Kunde einbauen und es zeigt auf die eigentliche Quelle. Eigentlich eine saubere Lösung, mit einem Haken: Die Einkäufer hatten meist keine Lust und auch keine vertragliche Verpflichtung, dieses Attribut einzubauen. Nun versucht Google, dies mit einem neuen Meta-Tag in den Griff zu bekommen, da das Canonical-Tag hierfür nicht optimal ist.

„syndication-source“ und „original-source“

Damit soll der redaktionelle Inhalte-Käufer auf seiner Seite auf weitere Verwendungen seines Inhalts hinweisen bzw. Journalisten erhalten die Möglichkeit, eine erste Quelle zu nennen. Es gibt zwei Metatags, die das regeln:

  • Ein Content-Käufer (also der Käufer eines Inhalts) schreibt in die Meta-Tags seiner Seite diese Zeile: <meta name=“syndication-source“ content=“http://www.publisherX.com/wire_story_1.html“> und zeigt damit, woher dieser ursprünglich stammt. Dieser Tag darf nur einmal verwendet werden.
  • Wird ein Thema von einer anderen Seite übernommen trägt der Publisher diese Zeile ein: <meta name=“original-source“ content=“http://www.example.com/burglary_at_watergate.html“> und zeigt damit auf die Seite, die als erstes darüber berichtet hat. Dieser Tag darf mehrfach verwendet werden.

Google weist selbst darauf hin, dass man beim schnellen Einbau dieser Meta-Tags noch kaum einen Effekt spüren wird. Denn natürlich muss die Suchmaschine auch zunächst prüfen, ob das funktioniert. Mehr dazu auf dem Google News Blog.

Und falls sich ein Verlag oder ein Autor den Kopf darüber zerbricht, ob möglicherweise schon jetzt seine Inhalte woanders verwendet werden. Einfach mal bei Copyscape vorbei schauen und suchen. Das hilft!

Diese neuen Meta-Tags sind eine gute Nachricht für alle redaktionellen Inhalte-Produzenten. Denn wenn sich diese durchsetzen, ist das Geschäft „Syndication“ wieder problemlos möglich und ein wirklicht attraktives Geschäftsmodell.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (7)

  1. sem-seo-analyse.de

    Ein Traum für Black Hat SEO wird Wirklichkeit. Das eröffnet Möglichkeiten, die sich über das ‚canonical‘-Attribut bislang nicht ergeben haben. Auch der eine oder andere Affiliate wir damit vermutlich herum spielen.

  2. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Na, das sehe ich nicht so ganz. Denn das ist definitiv ein klarer Rechts-Verstoß. Und es ist viel einfacher, alle entsprechenden Meta-Tags zu finden, die fälschlich auf mich zeigen als gescrapter Text.

    Aber du hast schon recht: Der Missbrauch liegt hier geradezu in der Luft. Schauen wir mal, was die Blackhats, die Urheber und Google draus machen…

  3. Horst

    Was ist der Unterschied zum Canonical-Tag? Wenn ein Einkäufer den Canonical-Tag nicht einbaut oder sich weigert, wieso sollte er dann den Original-Source-Tag einbauen? Und der Syndication-Tag ist so sinnlos wie Meta-Keywords. Missbrauch ist vorprogrammeirt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass (und wie) sich das durchsetzen soll.

  4. epagee

    Endlich gibt es eine Lösung, hat ja lang genug gedauert.

  5. Steffi

    Ich will ja kein Nitpicker sein, aber laut den Beschreibungen auf dem GoogleNewsBlog und bei Google.com ist die Nutzung dieser beiden Tags anders gedacht:

    syndication-source:
    wird ein Artikel von einem Publisher zu diversen Partnern syndiziert, so geben sowohl der Publisher als auch die Partner die Artikel-URL des Publishers als syndication-source an. Dieser Meta-Tag darf nur einmal verwendet werden.

    original-source:
    mit diesem Meta-Tag wird auf die URL (oder wenn nicht bekannt auf die Domain) der Website verwiesen, die als erstes über das Thema berichtet haben. Dieser Tag darf mehrfach verwendet werden. (Ähnlich einer Quellenangabe in einem Buch).

    Google schreibt außerdem, dass diese Meta-Tags zur Zeit noch keine Auswirkungen haben, da sie erstmal sehen müssen, welche Daten zusammen kommen und wie sich die Meta-Tags „in der freien Wildbahn verbreiten“.
    Bei Mißbrauch behalten sie sich später vor, die Angaben zu ignorieren oder die Website komplett bei Google-News zu entfernen.
    BTW: diese beiden neuen Meta-Tags werden wohl auch nur für GoogleNews gelten, nicht für den allgemeinen Web-Index.

    Damit ziehen sie wohl Konsequenzen daraus, dass vorher fälschlicherweise der CanonicalTag verwendet wurde, um dem Syndication-Chaos Herr zu werden – denn der CanonicalTag wurde eigentlich erfunden, um doppelte URLs zu einem Artikel auf der eigenen Domain zu handeln und nicht um Urheberrechte abzubilden.

    siehe:
    http://googlenewsblog.blogspot.com/2010/11/credit-where-credit-is-due.html
    http://www.google.com/support/news_pub/bin/answer.py?answer=191283
    http://www.mattcutts.com/blog/canonical-link-tag/

  6. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    @steffi: Vielen Dank. Mit den Formulierungen hast du völlig recht, das habe ich beim Schreiben des Beitrags falsch dargestellt. Das habe ich dank deiner Hilfe grad geändert.
    Vielen Dank auch für deine weiteren Bemerkungen, das sehe ich ähnlich (und hatte das auch geschrieben). Dass dies wohl nur für News funktionieren wird, glaube nicht. Ich schätze, Google wird nun testen, ob viel Missbrauch getrieben wird und dann entscheiden, wie es damit weiter geht.

  7. abhishek0990

    nice information. Thank you for sharing it.                                                                                                                                                                                                                           Thanks                                                                                                                                                                                                                   <a href=http://www.packersmoversdirectory.net> Packers Movers</a>

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