Nun auch "offziell": Seitengeschwindigkeit ist Rankingfaktor

Nun, für SEO-Book-Leser ist das ja nix Neues, aber die Fakten vermelde ich trotzdem: Gestern hat Google „offiziell“ gebloggt, dass die Ladegeschwindigkeit einer Webseite nun ein Ranking-Faktor ist.

  • Das soll wohl nur für den englischsprachigen Raum gelten (siehe Bemerkung unten)…
  • Laut Matt Cutts sollen sich dadurch nur ein Prozent der Suchergebnisse ändern.
  • Johannes „Sistrix“ Beus gibt ein paar Zahlen vor: Ein guter Wert für die Auslieferung des HTMLs sollte bei weniger als 500 Millisekunden liegen, die Auslieferung der gesamten Seite lt. den Google Webmaster Tools um die 1,5 Sekunden.

Hierzu nun zwei Bemerkungen von mir:

Erstens sind die Werte von Sistrix unerreichbare Traumzahlen für alle, die eine größere Seite mit einem Redaktionssystem betreiben, das eine Datenbank abrufen muss. Ich denke nicht dass diese Zahlen gelten, sondern dass Google sich auf einen realen Durchschnitt einlässt. Für das SEO-Book hier sagen mir die Google Webmaster Tools „Im Durchschnitt benötigen Seiten auf Ihrer Website 2,3 Sekunden zum Laden (aktualisiert am 08.04.2010). Dies ist schneller als 67 % der Websites.“ Ich denke, in einem Mittelfeld zu liegen ist o.k.. Denn, merke: Um super zu ranken musst du einfach nur ein bisschen besser sein, als die Konkurrenz…

Und bin ich in diesem Punkt gar nicht bei Martin Mißfeld, der schreibt „Alles, was nicht reiner Text ist, wirkt sich in Zukunft negativ aus.“ Bei allem Respekt, Martin, aber das ist  eindimensional. Ein Bild auf einer Seite ist ein positiver Rankingfaktor. Doch wenn ich es ätzend langsam ausliefere, wird davon wieder ein bisschen was abgezogen. Das ist auch für die User nur fair…

Zweitens ist das doch eh schon länger so. Unabhängig von einem aus irgendeinen Grund gerade jetzt veröffentlichten „Rankingfaktor“ verschwenden langsame Seiten schon immer die ihnen zur Verfügung gestellte Crawlerzeit und werden deshalb mittelbar schlechter gewertet (weil weniger Seiten im Index aktuell gehalten werden können). Google hat doch nicht umsonst schon vor langer Zeit das Tool „Page Speed“ gelauncht…

Meine Meinung: Dass Google schnelle Webseiten von uns verlangt, hat vor allem damit etwas zu tun, dass das die User auch wollen und damit der Robot möglichst viele eurer Unterseiten sehen kann. Und auch unabhängig vom Ranking werdet ihr schnell merken, dass sich bei einer Geschwindigkeitsverbesserung von einer Sekunde alle, alle, alle Werte verbessern: Visits, PIs und Conversion. Na klar: Zählt doch bitte jetzt mal im Kopf langsam auf vier. Wollt ihr so lange auf jede Unterseite warten?

Die von Google empfohlenen Tools (auch das nicht neu) sind:

  • Page Speed, das Firefox/Firebug Addon von Google.
  • YSlow, das Firefox/Firebug Addon von Yahoo.
  • WebPagetest eine sehr eindrückliche Test-Webseite zum Thema.
  • Und in Webmaster Tools gibt es in den Labs die „Site Performance“.
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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (6)

  1. Johannes

    Kurz zu der Machbarkeit der 500ms: ja, die Werte sind schwer zu erreichen. Gerade bei großen, umfangreichen Seiten ist das nicht trivial, vollkommen richtig. Allerdings sind sie eben nicht unerreichbar, bei einer großen Zeitung haben wir in langer Arbeit den Wert im Rahmen von „Projekt 500“ vor rund 6 Monaten geschafft. Dass dafür ein ziemlicher Aufwand zu betreiben ist, ist klar. Es hat sich in diesem Fall allerdings bezahlt gemacht, da die Domain nun deutlich besser und schneller von Google gecrawled wird.

  2. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Jepp! Ganz deiner Meinung und das sollte auch das Ziel sein. Wir hatten bei Chip damals auch immer wieder den lustigen Fall, dass von einem Tag auf den anderen plötzlich die User und PIs in die Höhe geschossen sind. Warum? Weil die Technik wieder mal was beschleunigt hat.
    Ich bin ein absoluter Speed-Fan – und nicht nur wegen Google. Aber wir haben auch viele Kunden, die nur dann auf eine halbe Sekunde kommen, wenn sie ein halbes Jahr nichts anderes machen…
    Da empfehle ich lieber ein „Projekt 1 Sekunde“ – und noch andere Maßnahmen.

  3. Alexander Langer

    Ein gutes System zeichnet sich dadurch aus auch diverse Optionen zur Performance-Optimierung und Skalierbarkeit zu bieten.

    Was Googles Crawler da an Speed messen ist das, was ein anonymer User beim Surfen ebenfalls erlebt und anonymer Traffic sollte in jedem besseren System gut über Caching zu beschleunigen sein.

    Wie so vieles ist Speed-Optimierung in erster Linie eine Optimierung für die eigene Kundschaft und daran sollte jeder Webmaster ein Interesse haben. Dass sich daruch evtl. vllt. im Einzelfall auch ein klein wenig im Ranking ändern kann, ist nurmehr ein nachgelagerter positiver Nebeneffekt.

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  5. Gretus

    Hallo,

    angeblich hat die Ladegeschwindigkeit zunächst einen Einfluss auf das Ranking in Höhe von 1%, kann also getrost hinten angestellt werden…

    Grüße

    Gretus

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