No-SEO-Tasks: Zeitdiebe für Suchmaschinen-Optimierer

Dieses SEO-Book ist ja ein Informations-Organ für unsere Kunden und Seminarteilnehmer. Deshalb wird es Zeit, auch mal die Themen zu nennen, über die wir eigentlich nicht schreiben: Themen rund um Google, die wir aber unter SEO-Gesichtspunkten nur als Zeitkiller ansehen.

Hier also eine unvollständige Liste (weitere Vorschläge sind willkommen) mit Begriffen aus dem üblichen SEO-Bullshit-Bingo, die aus gesellschaftliche oder hobbyistischen Gründen sicherlich interessant und diskussionswürdig sind – uns bei der Google-Optimierung nicht weiter bringen:

Echtzeitsuche

Hierbei werden bei Suchanfragen, für die es ausreichend 140-Zeichen-Meldungen gibt,  auch noch die gerade veröffentlichen Tweets angezeigt (roter Kasten, Bild).

Es gibt eine Menge Gründe, warum wir uns damit nicht operativ beschäftigen.
Erstens ist mir der Nutzwert nicht klar da ich während eines an sich zeitunabhängigen Vorgangs (Suche nach einem Keyword) einen fein granulierten Ausschnitt der zufällig in diesem Moment gesendeten Tweets bekomme. Das macht für mich keinen Sinn. Und so lange mir als User der Nutzwert nicht klar ist, kann ich als Google-Optimierer nicht damit umgehen.

Zweiter Grund ist die Hoffnungslosigkeit des Versuchs, etwa mit heftigem Tweeten dort einen Link und damit User zu ergattern. Und drittens spielt Twitter hierzulande eine untergeordnete Rolle, die Echtzeitergebnisse sind auf Deutsch (noch) nicht einmal sichtbar und es gibt bei allen Webseiten, die ich kenne, wichtigere Dinge als das…

Google Buzz

Doch, doch, irgendwie kann man mit Google Buzz auch SEO betreiben, klar. Aber das nenne ich dann lieber „Internet Marketing“ oder „Social Media Marketing“. Denn hinsichtlich des Optimierens meiner Seite ist dieser etwas hektische Versuch von Google, Twitter und Facebook hinterher zu rennen, nicht zielführend. Klar, wir als CONTENTmanufaktur testen, probieren und verfolgen das Thema. Und ich habe das Gefühl, dass es irgendwann mal sinnvoll sein wird, Google Buzz in die SEO-Strategie mit einzubeziehen (wie das ja mit Twitter schon geschehen ist). Aber momentan, mein Urteil: Google Buzz ist nichts für SEO.

Latent Semantische Optimierung

Mit „LSO“ ist gemeint, dass man seine Texte nicht nur mit dem eigentlichen Keyword zubrettert, sondern auch sinnhaft passende Begriffe aus dem Themenumfeld verwendet. Denn Google soll, so sagt man, zunehmend verstehen, ob der Begriff „Golf“ im Zusammenhang mit einem kleinen weißen Ball  oder einem Mittelklassewagen genannt wird.

Meine Meinung dazu: Schreibt einfach vernünftige, sinnvolle Texte die für User lesbar sind und deren Fragen beantworten. Dann passt das schon mit der „Latent Semantischen Optimierung“. Schaut man sich mal den Text eines wirklich guten Journalisten an, ist der in dieser Hinsicht schon 80  % fertig. Lassen wir lieber die restlichen 20 % sein – dann haben wir etwas Zeit für Wichtigeres übrig 😉

Vertipper: „Typosquatting“

Wir werden immer wieder danach gefragt, ob wir denn nicht empfehlen, auch falsch geschriebene Begriffe auf die Seiten zu packen, damit diese Seite auch bei Vertippern gefunden wird. Um es kurz zu machen: Nein, wir empfehlen nicht, Wörter absichtlich falsch zu schreiben.

Personalisierte Suchergebnisse

Lieschen Müller aus Plattenhausen bekommt andere Suchergebnisse als der Sepp vom Starnberger See. Und zwar nicht nur regional sondern auch in Bezug auf frühere Suchen und dem allgemeinen Verhalten im Internet.

Zunächst: Ist das wirklich so? Also maßgeblich? Hierzulande eher nein. Das kann sich zwar irgendwann ändern. Aber auch dann bedeutet das weder den Tod von SEO (wieso auch????) noch verändert es irgend eine der Maßnahmen für den nicht-personalisierten Index. Denn in jedem Fall (auch die komplette Universal Search hoch und runter) ist es wichtig, eine optimierte Seite und Backlinks zu haben, um auch im Ausnahmefall (und Personalisierung ist ja die Standardisierung von Ausnahmen) gut zu ranken. Ob sich dann die Ergebnisse pro Suchwunsch etwas verschieben, ist dann nur noch ein Problem der Search Analytics Hersteller wie Searchmetrics und Sistrix. Und da kann Ungemach auf uns zukommen. Aber ansonsten sehe ich keinen Impact auf unsere Arbeit dadurch…

Wohlgemerkt: Das ist kein Beitrag darüber, was man als SEO alles machen sollte, sondern was kein zielführendes SEO ist. Und ich will damit auch nicht sagen, dass z.B. Google Buzz ein echt großes Thema ist, der Gedanke an LSO irgendwie Spaß macht oder die personalisierten Suchergebnisse genau zu beobachten sind.

Aber all das hilft uns beim SEO nicht weiter. Meiner Ansicht  nach für SEO wichtige neue Themen sind Facebook, Google News, neue technische Faktoren und die allgemeine Entwicklung von Google, mehr Inhalte von den Suchtrefferseiten auf die eigene Suchergebnisseite zu zerren. Aber das ist ja nicht der Inhalt dieses Artikels…

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (2)

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